Chemnitz

1. Eckdaten der Stadt

Chemnitz ist eine kreisfreie Stadt im Freistaat Sachsen mit ca. 250.000 Einwohnern bzw. 1,5 Mio. Einwohnern in der Region Chemnitz. Sie ist die drittgrößte Stadt im Osten von Deutschland (ohne Berlin) und liegt am Nordrand des Erzgebirges im Erzgebirgsbecken. Chemnitz ist Hauptsitz der Landesdirektion Sachsen und Teil der Metropolregion Mitteldeutschland.

Die älteste urkundliche Erwähnung datiert aus dem Jahre 1143. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert entwickelte sich Chemnitz zu einer der wichtigsten Industriestädte in Deutschland. Die Einwohnerzahl überschritt in der Zeit der Hochindustrialisierung 1883 die Marke von 100.000 und erreichte zu Beginn der 1930er Jahre mit über 360.000 ihren Höchstwert. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Chemnitzer Innenstadt bei Luftangriffen 1945 zu 80 % zerstört. 1953 erfolgte durch das Zentralkomitee der SED und die Regierung der DDR die Umbenennung der Stadt in Karl-Marx-Stadt. Mit der Wiedererrichtung Deutschlands 1990 stimmten 76 Prozent der Bürger für die Rückbenennung in Chemnitz. Mit dem Zusammenbruch des DDR-Regimes und der damit verbundenen kompletten Neustrukturierung von Gesellschaft und Wirtschaft und dem massiven Arbeitsplatzverlust, verlor die Stadt ca. 20 Prozent seiner Einwohner. Seit 2010 steigt die Einwohnerzahl von Chemnitz wieder kontinuierlich. Damit gehört die Stadt zu den wenigen ostdeutschen Großstädten, deren Bevölkerung entgegen der demografischen Entwicklung wächst.

Das Wahrzeichen der Stadt ist ein gigantischer Kopf des Philosophen Karl Marx. Die monumentale Büste steht auf einem Sockel mitten im Zentrum. Das sieben Meter hohe Monument aus Bronze ist die zweitgrößte Portraitbüste der Welt – nach der Sphinx. Karl Marx selbst hatte allerdings zu Lebzeiten nie die Stadt, die 37 Jahre seinen Namen trug besucht.

Chemnitz wird von zwei Autobahnen durchzogen, welche acht Anschlussstellen im Stadtgebiet haben. Das Chemnitzer Modell ist ein in der Region Chemnitz angewandtes Regionalstadtbahn-System zur Verknüpfung von Eisenbahn- und Straßenbahn-Strecken nach dem Tram-Train-Prinzip. Die dadurch verbesserte Anbindung des Umlandes brachte eine Fahrgaststeigerung von ca. 900 Prozent. Damit gehört das Chemnitzer Modell zu den 15 erfolgreichsten Regionalbahnen in Deutschland.

Die nächstgelegenen internationalen Flughäfen sind der Flughafen Dresden (80 Kilometer), der Flughafen Leipzig/Halle (90 Kilometer) sowie der Flughafen Prag (140 Kilometer). Ein kleiner Flughafen im Süden der Stadt wir im Moment noch ausgebaut und steht dann u.a. auch Geschäftsreisenden zur Verfügung.

Die Stadt Chemnitz mit einer über 200-jährigen Industriegeschichte ist ein Technologiestandort mit den Branchenschwerpunkten Automobil- und Zulieferindustrie, Informationstechnologie sowie Maschinen- und Anlagenbau. Chemnitz ist Standort einer Technischen Universität mit über 11.000 Studierenden.

Bekannte Söhne und Töchter der Stadt sind der Maler Karl Schmidt-Rottluff, der Schriftsteller Stefan Heym, die Designerin Marianne Brandt und der Begründer des Prinzips der Nachhaltigkeit Hans Carl von Carlowitz (1645-1714).

Die Theater Chemnitz sind ein Fünfspartentheater. Sie bestehen aus dem Schauspielhaus, der Oper, der Robert-Schumann-Philharmonie, dem Ballett sowie dem Figurentheater. Zahlreiche Museen wie die Kunstsammlungen Chemnitz – die u.a. mit Ausstellungen von Andy Warhol, Bob Dylan weltweit Aufmerksamkeit erregen – oder das Staatliche Museum für Archäologie, welches über die archäologische und kulturgeschichtliche Entwicklung Sachsens informiert, tragen dazu bei, dass Chemnitz sich auch zum kulturellen Zentrum entwickelt.

Mit ca. 1.000 kulturellen Veranstaltungen pro Jahr verfügt Chemnitz über ein ausgesprochen breites und hochwertiges kulturelles Angebot. Und die Tatsache, dass Chemnitz zu den Großstädten mit dem größten Anteil an Parks und Grünanlagen zählt, dürfte ebenso besonders sein.

2. Touristische Eckpunkte

Sehenswerte Stadt der Moderne

Wohl auf keine andere Stadt in Deutschland trifft die Bezeichnung „Stadt der Moderne“ so zu wie auf Chemnitz. Erblüht zur Zeit der industriellen Moderne, die nach wie vor Impulse gibt für die dynamische Entwicklung von Wirtschaft und Wissenschaft in Deutschland, steht Chemnitz gleichzeitig für die Einflüsse der kulturellen und architektonischen Moderne.

In Chemnitz spiegelt sich die Moderne wider – als ästhetisches Prinzip, im Denken und im Handeln. Mit Erfindergeist, Tatkraft und Sinn für das Schöne haben die Chemnitzer Bürgerinnen und Bürger stets die Geschichte ihrer Stadt bestimmt.

Chemnitz ist das Sinnbild der Moderne. Innovativ und selbstbewusst stellt sich die einstige graue Industriestadt heute dar. Architektonisch strahlt die Stadt in einer beeindruckenden Vielseitigkeit. Durch das Zusammenspiel unterschiedlicher Einflüsse aus Gründerzeit, Jugendstil, Bauhaus und modernem Baustil entsteht der besondere Charme der Stadt.

Industriekultur in Chemnitz

Seit Jahren zählt Chemnitz zu den wachstumsstärksten Städten Deutschlands. Mitte des 19. Jahrhunderts begann in Chemnitz eine aufstrebende Entwicklung der kulturellen Errungenschaften. Erfolgreiche Bürger vergaben Aufträge an Künstler, Architekten und Designer und investierten so nachhaltig in die Attraktivität der Stadt. Dank seiner kontinuierlich starken Wirtschaft gelang es Chemnitz, über alle gesellschaftlichen Zäsuren hinweg sein Stadtbild zu pflegen, zu bewahren und zu verschönern. Spuren der Industriegeschichte finden sich auch heute noch überall in Chemnitz: In prachtvollen Villen, Gründerzeitvierteln, Museen, dem Opernhaus, in Bädern, Bildungseinrichtungen und nicht zuletzt in zahlreichen Fabrikhallen, die heute zu modernen Kultureinrichtungen, Restaurants, Lofts und Büros umfunktioniert wurden. Das traditionsreiche kulturelle Leben zeugt noch heute von dieser ersten Blüte der Stadt.

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Innenstadt

Die Chemnitzer Innenstadt hat seit 1990 eine beispiellose Entwicklung genommen. Prägten zur Wende große Leerflächen das Bild, findet sich hier und heute das pulsierende Lebenszentrum der Stadt. 

Namhafte Architekten haben eine völlig neue und moderne Struktur des Stadtzentrums geschaffen. Für die gelungene Mischung aus Einzelhandel, Büro, Gastronomie, Wohnen, Freizeit und Kultur der neuen Stadtmitte gab es im Jahr 2006 den DIFA-Award für innerstädtische Quartiere.

Architektur

Von den Erfolgen der Chemnitzer Wirtschaft zeugen bis heute neben zahlreichen beeindruckenden Industriebauten vor allem Wohngebäude der Gründerzeit, Jugendstilvillen sowie öffentliche und private Gebäude der Bauhausepoche. 

Auch Künstler und Mitbegründer des Bauhauses Henry van de Velde hat mit der von ihm entworfenen Villa Esche seine Spuren in Chemnitz hinterlassen.

Der Kaßberg ist eines der größten zusammenhängenden Gründerzeit- und Jugendstilviertel Europas.

Der im neugotischen Stil erbaute Theaterplatz steht symbolisch für eine Rückbesinnung auf klassische Ideale.

Highlights von Chemnitz

Karl-Marx-Monument

Der Philosoph Karl-Marx war zwischen 1953 und 1990 Namenspatron für die Stadt Chemnitz. Seine 2x13 Meter hohe Büste prägt seither das Stadtbild.

Das 2x13 Meter hohe Karl-Marx-Monument wurde vom sowjetischen Bildhauer Lew Kerbel entworfen, in Leningrad aus Bronze gegossen und anschließend demontiert nach Chemnitz gebracht. Im Jahr 1990 sollte die 40 Tonnen schwere Plastik wieder abgerissen werden. Dank des Engagements der Stadtväter und der Verbundenheit der Einwohner mit ihrem „Nischl“ wurde dies verhindert. Die zweitgrößte Portraitbüste der Welt kann deshalb auch heute noch als heimliches Wahrzeichen von Chemnitz betrachtet werden. 

Theaterplatz mit Opernhaus und Kunstsammlungen Chemnitz

Mit dem bekannten Chemnitzer Opernhaus, dem König-Albert-Museum und der Petrikirche ist der Theaterplatz eines der schönsten baulichen Ensembles der Stadt.

Das ausgesprochen vielseitige Repertoire der Theater Chemnitz begeistert sowohl Publikum als auch Fachwelt. Zahlreiche Auszeichnungen zeugen von der hohen Qualität der Darbietungen.

Für Liebhaber der bildenden Künste bieten die Kunstsammlungen Chemnitz reichlich Abwechslung. Gezeigt werden u.a. Werke von Albrecht Dürer, Caspar David Friedrich, Karl Schmidt-Rottluff und Jörg Immendorff. Für noch mehr Kunstgenuss sorgen spannende Wechselausstellungen der Gegenwartskunst.

Ensemble Altes Rathaus/Neues Rathaus/Roter Turm

Trotz fast vollständiger Zerstörung im 2. Weltkrieg, Wiederaufbau und nochmaliger Neugestaltung nach 1989 prägen noch heute historische Gebäude den Stadtkern von Chemnitz.

Am Ursprungsort der Chemnitzer Stadtgeschichte werden bis heute die Geschicke der Stadt gelenkt: im Alten und Neuen Rathaus am Markt. Wegen des enormen Wachstums der Stadt als Industriestandort und Handelsmetropole ergänzt das neue Rathaus seit 1911 die alten Amtsstuben. Besonders erlebenswert sind der Grüne Salon und das 48 Glocken umfassende Glockenspiel.

Das älteste Gebäude der Stadt Chemnitz ist der Rote Turm. Im 12. Jahrhundert wehrte er als Teil der Stadtbefestigung Feinde ab. Einige Jahrhunderte stand seine Form für die Verpackung des bekannten Spülmittels „fit“ Pate. Heute präsentiert sich das markante Bauwerk als Teil des neuen innerstädtischen Architektur- und Erlebniskonzepts. 

Kaßberg

Der Kaßberg ist eines der größten zusammenhängenden Jugendstil- und Gründerzeitviertel Europas. Im Untergrund befindet sich ein weit verzweigtes Netz von Kellergewölben.

Beides – Architektur und historische Gewölbegänge – sind seit 1991 als Flächendenkmal geschützt. Die vielen gemütlichen Kneipen und empfehlenswerten Restaurants verleihen dem Kaßberg sein einzigartiges Flair.

Villa Esche

Die Villa Esche im Chemnitzer Stadtteil Kappel wurde vom belgischen Künstler, Architekten und Bauhausmitbegründer Henry van de Velde in den Jahren 1902 und 1903 entworfen und eingerichtet.

Das umfassende künstlerische Gesamtkonzept erstreckte sich dabei vom Gartenzaun bis hin zum Geschirr. Heute ist die Villa Esche eines der bedeutendsten Baudenkmäler des Jugendstils. Weite Teile der ursprünglichen Ausstattung sind im Originalzustand erhalten.
Nach umfassender Restaurierung beherbergt das Haus neben Trauzimmer und Restaurant ein Henry van de Velde-Museum und ist beliebte Location diverser kultureller Veranstaltungen.

Weitere Informationen verfügbar unter: www.chemnitz-tourismus.de

(Quelle: Chemnitzer Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH)

Impressionen